Neue historische Forschung kann unser Bild von Persönlichkeiten verändern, die über viele Jahre als Vorbilder galten. Was bedeutet das für eine demokratische Gesellschaft? Wie gehen wir mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Bewertungen um? Und wie können wir verantwortungsvoll Entscheidungen treffen, wenn historische Einordnungen komplex sind?Ausgangspunkt dieses Dialogforums ist die aktuelle Diskussion um den Namensgeber der Dr.-Wintrich-Schule in Ebersberg. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht jedoch nicht die Frage, welche Entscheidung getroffen werden soll. Vielmehr möchten wir gemeinsam der grundsätzlichen Frage nachgehen, wie sich kontroverse historische Forschungsergebnisse einordnen lassen und wie demokratische Urteilsbildung in solchen Situationen gelingen kann.Vertreterinnen und Vertreter des Instituts für Zeitgeschichte sowie ein regionaler Historiker stellen ihre jeweiligen wissenschaftlichen Perspektiven vor. Ein ergänzender Impuls aus der Demokratieforschung beleuchtet Ambiguitätstoleranz – den konstruktiven Umgang mit Mehrdeutigkeit und unterschiedlichen Sichtweisen – als wichtige Kompetenz in einer pluralen Gesellschaft.Im anschließenden Dialogforum sind die Teilnehmenden eingeladen, sich aktiv einzubringen, Fragen zu stellen und gemeinsam Kriterien für einen verantwortungsvollen Umgang mit kontroversen historischen Erkenntnissen zu entwickeln.Die Veranstaltung wird professionell moderiert und versteht sich als wissenschaftlich fundierter, ergebnisoffener Dialog. Sie richtet sich an die Schulfamilie der Dr.-Wintrich-Schule sowie an alle Interessierten.