Was hat Opa eigentlich im Krieg gemacht? Hat Oma etwa Hitler zugejubelt? Erst allmählich beginnen die Enkel der Kriegsgeneration Fragen zu stellen nach der Rolle ihrer Vorfahren zur NS-Zeit. Dabei geht es nicht nur um Aufarbeitung, sondern auch um die Frage: Auf welche Weise wurden ungelöste Traumata durch Erziehung, durch Prägung, auf uns übertragen und wirken in uns weiter, als Seelenerbe, als emotionaler Ballast? Vasco Kintzel aus Glonn hat daraus ein Buch gemacht: In "Mit der Gestapo am Kaffeetisch" berichtet er von seiner jahrelangen Recherche auf den Spuren seiner Vorfahren, die ihn bis in polnische Archive geführt hat und die die Familienlegenden über die eigene Rolle in der NS-Zeit am Ende als Lügengeschichten und beschönigende Anekdoten entlarvt.
Vasco Kintzel wird an diesem Abend sein Buch vorstellen und Tipps für eigene Recherche geben. Mit Sebastian Schoepp aus Ebersberg wird er über die Frage diskutieren, ob die deutsche Erinnerungskultur in den Familien je angekommen ist. Schoepp ist Autor des Buches "Seht zu, wie Ihr zurechtkommt. Was die Kriegsgeneration in uns hinterlässt".